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Monthly Archives: Juli 2024

NOSFERATU

Ich bin nachts mit dem Motorrad nach Hause gekommen und war von Wien nonstop durchgefahren. Es war saukalt und im Spiegel, unter der “Softlight-LED-Funzel, sah ich wirklich alt und runtergekommen aus. Unterwegs hatte ich jede Menge Zeit zum Nachdenken. Man könnte verrückt werden, bei all dem Geschwätz und immer meint der Mensch der Mittelpunkt des Geschehens zu sein. Ein paar Überschwemmungen hier, ein bisschen Dürre da. Ein paar Waffenlieferungen hier und ein bisschen Entwicklungshilfe da. Wenn wir nur ein wenig besser werden und hier und da unser Verhalten ein wenig ändern, dann wird´s schon weitergehen. Dass wir schon seit ewigen Zeiten auf einem irrsinnigen, tödlichen Pfad wandeln, das ist doch Spinnerei und ich, mit meinen kleinen Umweltsündchen, was machen die schon aus.

In der Dämmerung schwärmen hier in Reicherskreuz die Fledermäuse aus. Geht man nachts durch´s Dorf fliegen sie um einen herum und man muss sich, dank ihrer Flugkünste, manchmal ducken. Sowas erlebt man vermutlich nur hier und in Transsylvanien.

Biene, unser Hund, war beim Tierarzt. Sie hat eine Geschwulst einseitig über den Rippen. Ist aber harmlos. So sind aus den Fledermäusen Flughunde geworden. Einen grünen Pullover habe ich nicht, aber ich wollte die Farbe ausprobieren.

Ein Künstler hat hier, auf FB, in ideologisch überschwänglicher Weise, seine selbst hergestellte Ei-Tempera gelobt und Acryl als Plastikfarbe bezeichnet. Wenn er meint, dass ihn die Farbe zum besseren Künstler macht, soll er´s so sehen, aber mich ärgern derart konservative Typen, die in ihrer festgefahrenen Manier nichts neben sich gelten lassen können.

Ich wollte mal wieder ein Selbstportrait malen und das Alles ist in´s Bild mit eingeflossen. Irgendwie will man sich doch immer vorteilhaft darstellen und es hat mich echt Überwindung gekostet, mich so zu malen. Es soll einen sarkastisch, ironischen Touch haben, als Seitenhieb auf diese, täglich irrer werdende Welt da draußen.

Was ist nur los, mit den Menschen?

 

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“IRRE” 2024

Acryl auf Leinwand

170 x 145 cm

 

IRRE ZEITEN
 

Ich steh neben mir. Die Zeit spielt verrückt.
Ich bin gut gekleidet, aber bedrückt.

Das ganze Gelaber macht mich nur müde.
Nichts als Blödsinn, alles nur Lüge.

Ich lache müde, Harmonie brauch ich nicht.
Harmonie ermüdet und versperrt die Sicht.

Ich geh voran und komm nicht an.
Ich muss was ändern, aber wann?

Ich tu was ich will und was ich kann.
Es reicht nicht, dieses ewige irgendwann.

Ich lache müde, was für eine Welt.
Was kümmert´ s mich, wenn irgend ein Köter bellt.

Du sagst, es ist doch gut.
Nicht für mich, ich geh, mich packt die Wut.

Weiß wird schwarz. Es ist bald so weit.
Dann wird schwarz weiß, ich bin bereit.

Die Faust geballt. Es herrscht Gewalt.
Die Dummheit regiert. So ist das halt.

Ich lache müde, genieße den Sonnenschein
und glücklich werd ich wohl nicht sein.

 

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> Video zur Ausstellung ZEITENWENDE//WENDEZEIT

19.01.2024 bis 19.02.2024
Kulturhaus Gubin, Galerie Radusz

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“NICHTS” 2024

Acryl auf Leinwand

145 x 170 cm

 

NICHTS UND WIEDER NICHTS

Zwischen zwei Nichts lebe ich, mit all dem, was ich für wichtig halte und erreichen kann. Mit all den wenn und aber, dem ja oder nein. Den glücklichen und unglücklichen Momenten und Beziehungen, von denen ich einige liebevoll und mit Mühe am Leben erhalte und immer die Frage: warum? Dann gehe ich zurück ins Nichts, dahin, wo ich vorher auch schon war. Nichts hat sich geändert. Alles ist, wie es vorher auch schon war. Das Nichts vor meiner Geburt ist das Nichts in das ich zurückkehre. Nichts hat sich geändert. Nichts ist nichts. Es gibt nur ein Nichts und sinnlose Fragen und keine Antworten. Das Leben im Nichts existiert nicht. Unsere Namen wehen zurück in die Vergangenheit. Wir waren nicht da, es gab dich nicht! Ist das so schwer zu verstehen? Nichts ist Unendlichkeit, die nicht existiert … so wie wir alle. Was mich zwischen zwei Nichts begleitet, ist die Wahrheit und die ist das wahre Martyrium.
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