{"id":541,"date":"2013-08-21T10:43:57","date_gmt":"2013-08-21T08:43:57","guid":{"rendered":"http:\/\/gegenstein.de\/?p=541"},"modified":"2013-08-21T10:43:57","modified_gmt":"2013-08-21T08:43:57","slug":"der-verhasste-kunsthandel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gegenstein.de\/?p=541","title":{"rendered":"Der verhasste Kunsthandel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der verhasste Kunsthandel<\/strong> <\/p>\n<p>\tEs ist durchaus &uuml;blich, dass sich K&uuml;nstler bitter &uuml;ber die Galeristen beklagen. Sie w&uuml;rden sie aussaugen und ihre Fantasie nur unter einem gesch&auml;ftlichen Standpunkt wahrnehmen. Immer die bohrende Frage, wie das Werk beim Publikum ankommen wird, Str&ouml;mungen werden analysiert und in Euros bewertet. &bdquo;Nur das l&auml;uft!&ldquo; ist ein gefl&uuml;geltes Wort, das immer wieder zum Ausdruck kommt und der ehrliche Maler steht hilflos da, weil er sich keineswegs dem Markt anpassen will. Sollte er es tun, h&auml;tte er sich in eine Hure verwandelt, f&uuml;r die die Belange des Kunden h&ouml;chste Priorit&auml;t hat und das widerspr&auml;che dem Begriff Freiheit, der als Motor der Kreativit&auml;t dienen soll. <\/p>\n<p>\tAnpassung ist Gift und so komisch es auch scheinen mag, der K&uuml;nstler ist genauso &#8211; wie jedes andere Lebenswesen &#8211; auf Nahrung angewiesen. Wenn es regnet oder schneit, braucht er ein Dach &uuml;ber den Kopf, er will nicht frieren &#8211; aus Angst, krank zu werden &#8211; und Vater Staat verlangt von ihm auch eine Gabe. Also doch ein ganz normaler Mensch, der Kohle braucht um einfach zu &uuml;berleben? So gesehen ja, aber&#8230; &bdquo;Leute, von Geld spricht man nicht, wenn es um die Kunst geht!&ldquo; Leicht gesagt, aber was ist nun, wenn die Schuhe L&ouml;cher haben? Mit nassen F&uuml;&szlig;en wird man nicht kreativer. <br \/>\n\t<!--more--><br \/>\n\tNun sind bei weitem nicht alle Kunsth&auml;ndler Gangster und viele von ihnen haben dazu beigetragen, Maler zu lancieren &#8211; Menschen, die es allein niemals geschafft h&auml;tten &#8211; und das sicher nicht nur aus Liebe f&uuml;r die Rendite. Sie haben gro&szlig;e Risiken auf sich genommen und haben &#8211; dank ihrer Hartn&auml;ckigkeit &#8211; einige von ihnen zum Erfolg gef&uuml;hrt. Sie sind gegen den Strom geschwommen und haben letztendlich gesiegt, das muss ebenso werden, wie die Schattenseiten eines Marktes, der immer mehr vom Gewinn verseucht wird. Seitdem &#8211; vom Wirbel der Wirtschaftskrise &#8211; Aktien oder Anleihen unzuverl&auml;ssige Faktoren geworden sind, wird sehr viel mehr in die Kunst investiert, aber haupts&auml;chlich in gro&szlig;e Meister, die schon hoch bewertet sind, das ist ein geringes Risiko, wenn man die Auktionen bei Christies oder anderswo verfolgt. Die Bilder oder Skulpturen erreichen atemberaubende Summen, die f&uuml;r den Otto-Normalverbraucher ein Hohn sind und da fast exklusiv auf Sicherheit gem&uuml;nzt wird, sieht es f&uuml;r den Nachwuchs ziemlich d&uuml;ster aus. Die Investitionen, die ben&ouml;tigt werden, um einen K&uuml;nstler nach oben zu bringen, sind so erheblich, dass viele sich scheuen, diesen Weg einzugehen. Hier geht es nur um einen raschen Gewinn &#8211; wie bei der B&ouml;rse &#8211; und langfristige Strategien k&ouml;nnen nur bedingt in Gang gesetzt werden. Zu teuer! Das geht nur, wenn M&auml;zenen sich aus reinem Idealismus bereit erkl&auml;ren, jemandem unter die Arme zu greifen, leider eine Seltenheit.<\/p>\n<p>\tIn der Regel m&ouml;chte jeder K&uuml;nstler gerne an die &Ouml;ffentlichkeit gehen und wenn er dann diesen Schritt wagt, muss er tief in die Tasche greifen. Um auszustellen, muss erst eine Galerie gefunden werden und die Miete kann leicht f&uuml;nfstellig sein, wenn sie bekannt ist. Bei jedem verkauften Werk wandert ein Prozentsatz des Erl&ouml;ses in die Tasche des H&auml;ndlers und nicht zu vergessen: der Katalog, der Sekt der Vernissage und andere Nebenkosten, die solch ein Event verursacht. Es folgen drei Wochen Ausstellung, bei der die Vernissage gut besucht wird &#8211; von Leuten, die sich auf Kosten des Malers voll fressen m&ouml;chten, dann ist Sense! Nat&uuml;rlich gibt es auch Galeristen, die ein gef&uuml;lltes Adressbuch haben und gezielt Marketing f&uuml;hren, das ist aber leider eher rar und in der Regel geht der Maler mehr oder weniger leer aus. Stattdessen bleiben Schulden &uuml;brig und die Frustration, dass kein Bild verkauft wurde. <\/p>\n<p>\tGibt es andere L&ouml;sungen? Der K&uuml;nstler muss sich selbst ein Netzwerk aufbauen &#8211; das entspricht keineswegs seinem Naturell, aber es w&auml;re eine L&ouml;sung. Er muss sich &ouml;ffnen und auf die Kunst-Liebhaber zugehen, am besten mit Hilfe der Netzwerke im Internet. Das birgt aber auch eine Gefahr und es ist zu bef&uuml;rchten, dass der Maler sich dem Markt beugt und seine Pers&ouml;nlichkeit zu Gunsten des finanziellen Erfolges opfert. Das darf auf keinen Fall passieren, der K&uuml;nstler soll sich exklusiv seiner Kunst widmen und nicht zum Manager werden. <\/p>\n<p>\tNichts aber kann den pers&ouml;nlichen Kontakt zum Publikum ersetzen. Im Zusammenschluss mit anderen K&uuml;nstlern k&ouml;nnten Aktionen &#8211; au&szlig;erhalb des Kunsthandels &#8211; organisiert werden, die als Ziel haben, Menschen direkt zu sensibilisieren. Das kann in einer Fu&szlig;g&auml;ngerzone oder in der U-Bahn sein oder als PR-Ma&szlig;nahme. In diesem Rahmen ist kaum zu erwarten, dass Bilder verkauft werden, es sei denn, sie werden zu Billigpreisen verscherbelt. Und was nun? Der Gang zum Kunsthandel ist unerl&auml;sslich, aber es kommt drauf an, mit wem man es zu tun hat. Das sollte ein etablierter Galerist oder Kurator sein, der au&szlig;erhalb der Ausstellungen, weltweit &uuml;ber enge Kontakte verf&uuml;gt, denn die meisten Kunstwerke werden ohnehin unter Verschluss der &Ouml;ffentlichkeit verkauft. So jemanden zu finden ist nicht einfach und verlangt vom K&uuml;nstler eine Sp&uuml;rnase, aber andere L&ouml;sungen gibt es kaum. Bevor er sich engagiert, sollte er sehr genau recherchieren &#8211; Mundpropaganda spielt in diesem Zusammenhalt eine entscheidende Rolle &#8211; und nat&uuml;rlich braucht er sehr viel Geduld und Ausdauer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der verhasste Kunsthandel Es ist durchaus &uuml;blich, dass sich K&uuml;nstler bitter &uuml;ber die Galeristen beklagen. Sie w&uuml;rden sie aussaugen und ihre Fantasie nur unter einem gesch&auml;ftlichen Standpunkt wahrnehmen. 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